| Datum: | 07. Juni 2003 |
| Von: | Evangelisch-methodistische Kirche Schwäbisch Gmünd |
| Ansprechpartner: | Volker Gringmuth <vgringmuth@gmx.net> |
| Sperrfrist: | keine |
| Zeichen inkl. Titel: | 3160 |
Wer wird denn gleich in die Luft gehen ...
Missionsflugtag in Gmünd war eindrucksvoll
"Nein, bei dem Wetter gehen wir nicht hoch." Obwohl die Zeit drängt, sitzt Gero Gringmuth seelenruhig am Tisch des Warteraums und blickt in die finsteren Wolken, die eben noch den Flugplatz Heubach mit einem heftigen Platzregen abgeduscht haben. Vorsicht ist die Mutter der Fliegerei: Wer in die Luft geht, muss sich sicher sein, dass er auch wieder herunter kommt. Im Zweifelsfall lässt man den Flug lieber bleiben.
Der 34-jährige Luftfahrtingenieur ist einer der beiden jungen Menschen, die sich in Deutschland derzeit auf die Aufgabe eines Missionspiloten vorbereiten. Zusammen mit seinem Kollegen Matthias Glass war er am 7. Juni für einen Missionsflug-Informationstag der Evangelisch-methodistischen Kirche Gmünd an der Rems. Per Flugzeug, versteht sich - drei Stunden ab Hamburg.
Der Tag bot zunächst luftige Erlebnisse: Rundflüge über Gmünd, Remstal und Ostalb. Der Flugplan war trotz Ferien voll, nur das Wetter zwang zu einer halben Stunde Aufschub. Danach aber klarte es auf. Jeweils drei Mitflieger konnten in sechs Flügen ihre Heimat aus tausend Fuß Höhe betrachten. Zwischen den letzten weißen Wolken kreuzend, in einem Flieger, der kaum länger ist als ein PKW. "Das war toll" resümierte Matthias Hötzer aus Straßdorf begeistert, mit seinen drei Jahren der jüngste Fluggast. Zur Sicherheit hielt er noch sein Holzflugzeug in der Hand - man weiß ja nie.
Von Hamburg nach Heubach käme man auch auf dem Landweg. Aber in unwegsamen Ländern, etwa in Zentralafrika, bleibt Missionaren und Hilfsdiensten keine Wahl. Wo die schlaglochübersäten Straßen nur Schritttempo zulassen, macht das Flugzeug dem Evangelium und dem Dienst am Nächsten den Weg frei. Kommerzielle Flugdienste sind aber entweder gar nicht oder nur für teures Geld zu haben. Hier springt der unabhängige Verein "Mission Aviation Fellowship" (MAF) in die Bresche und bietet den Hilfswerken günstig Flüge an. MAF ist ein überkonfessioneller Zusammenschluss gläubiger Piloten, die sich aus persönlicher Überzeugung dieser Arbeit zur Verfügung stellen.
Abends, 20 Uhr, EmK-Kirche, Goethestraße. Die beiden jungen MAF-Piloten knüpfen an das Flugerlebnis vom Nachmittag an, indem sie aus ihrem Leben und von ihren Plänen erzählen. Ein spannender Videofilm darüber, wie die Mission unter den Massai von den MAF-Fliegern erst ermöglicht wird, weckt die Teilnahme der Gemeinde für diesen interessanten Missionsdienst.
Gero Gringmuth schloss den Abend mit einer "Fliegerei-Andacht" ab. "Ein Flugzeug kann nur deshalb fliegen, weil die Tragflächen ein bestimmtes Profil besitzen. Auch wir Christen gehen in der Welt unter, wenn wir kein Profil haben" betonte der Pilot. Es muss nicht jeder ein Missionspilot werden, aber jeder von uns sollte überprüfen, ob das Profil seines Glaubens und Lebens noch tragfähig ist.
Trotz kurzfristiger Ankündigung und Pfingstferien fanden sich genug Teilnehmer, um den Tag auch für die beiden Piloten zu einem Erlebnis werden zu lassen. Schaut mal wieder rein, und bis dahin: Klare Sicht und guten Flug!
Informationen im Web unter http://www.maf-germany.de

Gero Gringmuth rollt mit drei Fluggästen zum Start | größeres Bild

Abheben vor der Skyline von Böbingen | größeres Bild