Wüstung

Crackpot Hall

weiter [Bild] Crackpot Hall

So, Keld haben wir durchschritten und verlassen, den Pennine Way haben wir ebenfalls gekreuzt und wieder verlassen, und schon bald stehen wir hoch oben über dem Swale vor den traurigen Ruinen eines einst stolzen Farmgebäudes, Crackpot Hall. Übrigens: Wainwrights Messung in Ehren – mein GPS-Track der Hauptroute zeigt genau hier Wegmitte (146 km zu beiden Seiten).

Mitte oder nicht, der Blick hinunter ins Tal zwischen Black Hill und Kisdon ist gigantisch. Und hier stehen wir vor einer Entscheidung:

Wainwright räumt ein, dass der Königsweg von Keld nach Reeth unten am Flussufer verläuft. Das wäre auch die richtige Entscheidung bei nassem Wetter (oder schwindenden Kräften); wer diesen Weg bevorzugt, geht hier wieder abwärts ins Tal und hat einen schönen (und nicht allzu anstrengenden) Weg vor sich.

Wainwright schlägt aber eine komplett andere Route vor, die oben über die Berge führt (und eher der Luftlinie folgt, der Swale macht nämlich anfangs eine Schleife nach Süden). Dieser Weg ist sehr viel eindrucksvoller; er führt durch Gebiete, in denen bis Ende des 19. Jahrhunderts Bleierz abgebaut wurde, und zwar ohne übertriebene Rücksicht auf die Landschaft. Diese Tour ist eine Reise in die Vergangenheit. Wenn du in Reeth ankommst, wirst du dieses Land möglicherweise anders betrachten.

Wainwright warnt uns: „Although [the mines] are now ruinous, enough remains to enable the imaginative visitor to reconstruct the scene as it used to be when thousands of men toiled here. They left their mark, and it is a dirty mark, so expect little of beauty in this section.“„Obwohl [die Bergwerke] nun in Trümmern liegen, ist doch noch so viel übrig, dass ein phantasievoller Beobachter sich vorstellen kann, wie es hier aussah, als Tausende hier schufteten. Sie hinterließen ihre Spur, und es ist eine schmutzige Spur, also erwarte nicht allzuviel Schönheit in diesem Abschnitt.“

Diesen Weg nehmen wir. Wink dem Swale noch mal zu – wir werden ihn erst beim Zieleinlauf nach Reeth wiedersehen.

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Text und Fotos ©Volker Gringmuth 1996–2015