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Freizeiten

...das Wichtigste am Sommer!

ich in ArendalMindestens einmal im Jahr halten mich meine Kollegen für etwas merkwürdig bis komplett bescheuert (insbesondere die, die selbst Familie haben). Statt mich auf Mallorca in der Sonne zu aalen (wäre übrigens zwecklos; meine Haut wechselt im Sommer nur von käseweiß auf hellrosa), schlage ich mich während meines gesamten Jahresurlaubs mit nervigen Teenies herum. Noch verrückter: Ich finde das erholsam! Hä? Schaun mer mal, wie alles begann...

part of lifeEigentlich ist mein Freund Frank an allem Schuld. Der machte damals schon seit ewigen Zeiten Freizeiten für Schüler, und zwar im Rahmen der SMD-Schülerarbeit, wo er schließlich sogar hauptamtlich tätig war. Für den Sommer 1994 hatte er etwas ganz Besonderes geplant: Eine Musical-Freizeit in England sollte es werden, auf der ein Musical nicht nur einstudiert, sondern komplett erarbeitet werden sollte – nur das Thema stand schon fest. Es wurden also Musiker und Textergebraucht. Und weil er (sehr entgegen meiner eigenen Ansicht) der Meinung war, dass ich mich gut für eine Mitarbeit an der thematischen Umsetzung eignen könnte, schleppte er mich halt mit. Und damals war er noch nicht einmal so richtig mein Freund. Kein Wunder. ;-)

Die Freizeit war ziemlich gut (das Ergebnis... na ja...), hatte aber eine sehr unangenehme Nebenwirkung: Frank hatte die Überzeugung gewonnen, dass sein komischer Bekannter Volker sich auch zur Mitarbeit an normalen, nicht-musicalorientierten Freizeiten eignen könnte. Dummerweise hatte bei mir auch irgendetwas gezündet. Unausbleibliche Folge: Im nächsten Jahr war ich wieder dabei, diesmal in Norwegen. Und da passierte es: die Freizeitsucht packte mich endgültig.

Nicht ohne dich!Die chaotischste Freizeit aller Zeiten und Welten überhaupt fand 1998 in Letton Hall, England, statt. Es hat bestimmt schon chaotischere gegeben, aber nicht so chaotische. Da fehlte nichts: Leute, für die Spielregeln einfach nicht existierten, Leute, die mehr oder weniger gezwungenermaßen mitfuhren und nun entschlossen waren, dafür zu sorgen, dass es weder ihnen noch irgendwelchen anderen gefallen würde, Leute, deren vierter Versuch einer unangekündigten verfrühten Abreise endlich klappte, Leute, die auch im Wiederholungsfalle noch nicht wussten, dass dünne Fensterscheiben oder papierene Lampenschirme kaputtgehen, wenn man Jonglierbälle dagegenwirft (beides ausprobiert), und Leute, die es für erlaubt hielten, in dem verschlafenen Badeort Great Yarmouth (der von einigen anderen ernsthaft für London gehalten wurde!) ältere Passanten zum Spaß zu überfallen (worauf sie um Haaresbreite einer polizeilichen Festnahme entgingen), weil es ihnen ja nicht ausdrücklich verboten worden war. Dies ist nur eine kleine Auswahl.

Hynnekleiv

Auch Letton Hall konnte mich indessen nicht von meiner Sucht heilen – eine Sucht hat nun mal die Angewohnheit, sich zu steigern. (Und ich fühle mich selten so gesund wie dann, wenn es auf Freizeit geht!) Im Sommer 1999 machten Frank und ich konsequenterweise gleich zwei Freizeiten (für Frank nichts Neues, für mich schon!), mit 5 Tagen Abstand, die wir nutzten, um uns in aller Gemütlichkeit von Hynnekleiv in Norwegen nach Pitlochry in Schottland zu begeben. Die letzten 20 Kilometer sind wir gewandert – denn die Seele kommt nach einer alten Weisheit immer zu Fuß nach.

Und diese zwei Freizeiten waren wirklich mal so, wie man sie sich schon immer gewünscht hat, mit einem bunten Haufen von lieben Leuten, von denen einige zwar ihre Liebenswürdigkeit ziemlich erfolgreich versteckt haben, ohne aber damit gleich die ganze Freizeit aufzumischen. Macht nichts – eine „pflegeleichte“ Freizeitgruppe wäre wahrscheinlich gar nicht zu ertragen. Ein bisschen Leben muss schon sein...


Freizeit...

...das heißt viel Spaß haben, und ernsthaft über sich, das Leben und dessen Hintergründe nachdenken.

Action erleben, und wieder zur Ruhe kommen und sich selbst mit anderen Augen sehen.

Fragen stellen, die sonst keiner stellt, und gemeinsam mit Anderen Antworten finden, die man allein oder im gewohnten Umfeld nicht gesucht hätte.

Eine Freizeit ist voller Chancen, Leben zu entdecken. Für Mitarbeiter ebenso wie für Teilnehmer.

Wer ist beim nächsten Mal dabei?

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