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Ben Vrackie

Wenn wir erklimmen...

Trinken Vor den Gipfel haben die Götter den Schweiß gesetzt. Gemein von ihnen, aber so ist es nun mal, besonders wenn sich die Sonne solche Mühe gibt. Der Schweiß beginnt schon vor der Aktion selbst, mit 5 km Anmarsch zum Wanderparkplatz, wo der eigentliche Wanderweg auf den Ben Vrackie überhaupt erst anfängt. Aber wir wollten keinen Bus mieten.

Dieser Haus-und-Hof-Hügel von Pitlochry ist 2759 Fuß (841m) hoch, genau so hoch wie der Kahle Asten im Sauerland. Das sagt aber eigentlich zu wenig; im rauen schottischen Klima ist das schon kein Mittelgebirge mehr, sondern im oberen Teil ganz schön steil und felsig. Von wegen Gelände und Vegetation und Anstrengung und so vielleicht mit einem deutschen 1600-Meter-Hügel vergleichbar.

Bank Der Weg geht erst zwei Kilometer durch Wald bergauf und erreicht dann die offene Heide. Hier gibt's ein paar klare Bäche, aus denen man prima trinken kann (mit Tasse wär's allerdings noch bequemer).

Etwa 1 km weiter aufwärts finden wir eine Bank (ich hab einen Kreis drum gemacht, sonst findet sie auf dem Bild keiner!) und vernichten unsere Lunchpakete, um Kräfte für den Gipfelsturm zu wecken.

Weg Nach einer halben Stunde geht's weiter, über eine vorgelagerte Schulter hinweg - dahinter zeigt sich der eigentliche Ben Vrackie in voller Schönheit, und man kann auch den Weg schon gut erkennen (was bei den weniger Trittsicheren ein leichtes Schaudern auslöst - egal, jetzt muss man durch!).

Dann geht's über den Damm eines Stausees, und der eigentliche Anstieg beginnt. Manchmal ist der Weg mit Natursteinen gepflastert, was eine Art Treppe ergibt, aber an anderen Stellen ist er einfach nur ausgetreten - an diesen Stellen ist zwar ein "offizieller" Weg mit Pflöcken bezeichnet, aber es laufen trotzdem immer drei oder vier parallel. Wie das eben so ist, wenn Menschen sich ihren Weg suchen. Sackgassen sind natürlich auch dabei.

oben! Der Weg wird stellenweise ganz schön steil und ist an den "nichtgetreppten" Stellen auch ziemlich staubig. Das heißt: Ohne vernünftiges Profil unter den Sohlen kommt man schnell mal ins Rutschen! Vielleicht sind Turnschuhe doch nicht so optimal für's Bergwandern.

Die ganz Harten sind vom Stausee aus in 35 Minuten oben. Aber die meisten müssen öfters Pause machen. Das lohnt sich auch, weil man dann mal einen Blick zurück ins Tal werfen kann. Schon bald blickt man über die bewaldete Schulter, die einem von der Schule aus immer den Blick nach Westen versperrt. Dahinter gibt's auch schöne Berge!

Aussicht Schließlich sind alle oben. Die meisten fallen erschöpft ins Gras. Den Gipfel bildet eine markante Felspyramide, auf die ein Gipfelpfeiler gemauert worden ist, mit einer Orientierungstafel drauf (die jetzt auch die grobe Richtung nach Langgöns anzeigt).

Nach Süden und Nordwesten blickt man das Tal entlang, in dem Pitlochry liegt - die Stadt selbst ist winzig klein und tief unten, die Schule in einem Wäldchen versteckt und ohne Fernglas gar nicht zu erkennen. In den anderen Richtungen sieht man weites Bergland, ein Hügel hinter dem anderen.

Gipfelbild Herrlich warm war's auf dem Gipfel, und wir hatten ihn auch ziemlich für uns allein (am Sonntag wäre das anders gewesen). Eine Stunde, nachdem die Letzten angekommen waren, brachen wir wieder auf - bis acht Uhr abends waren alle wieder zurück. Um elf waren wir losgegangen, gleich nach dem Frühstück. Keiner hat das Mitkommen bereut - auch nicht die, die völlig ausgepumpt waren. Die Tour hatte sich gelohnt!

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