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Freunde

Erwachsene Freunde

Ein Freund ist ein Mensch, vor dem man laut denken kann.
(Ralph Waldo Emerson)

Eigentlich begann es mit einem Brief. Ich kämpfte mit einem persönlichen Problem, das ich allein nicht unter die Füße bekam. Schließlich entschloss ich mich, einen Brief an Frank zu schreiben und ihm die Sache zu schildern. Ich war sicher, er würde mich verstehen.

Und er verstand mich. Mehr noch, sein erster Gedanke beim Lesen war: „Jetzt hast du einen Freund fürs Leben!“ Denn so etwas erzählt man nicht jedem.

Es begann also mit Vertrauen. Mit einem vertrauensvollen Schritt, der mich Mut gekostet hat, und einer mutmachenden Antwort von seiner Seite, die mein Vertrauen bestätigte.

Freundschaft schließen heißt auch, ein Risiko einzugehen. Ich mache mich verletzlich. Der andere kann mein Vertrauen missbrauchen, wenn er will.

Wer einen Freund hat, braucht keinen Spiegel.
(Sprichwort aus Malaysia)

Ich habe neben Frank noch mehr Freunde in meiner Altersklasse, auch wenn er mein bester Freund ist. (Ich will hier aber nicht alle aufzählen, dann sind nur alle beleidigt, die nicht erwähnt werden.)

An einem Freund ist mir wichtig, dass er vollkommen ehrlich zu mir ist und mir auch dann offen seine Meinung (vor allem über mich) sagt, wenn sie für mich nicht so angenehm ist. Von Freunden Kritik anzunehmen, fällt mir leicht, weil ich weiß, dass sie es gut meinen und mich nicht verletzen wollen.

Ich habe über meine Freunde schon viel über mich gelernt und mich hier und da hoffentlich auch zum Guten verändert. Allerdings gibt es da auch noch viel Arbeit für sie... ;-)

Ein gewöhnlicher Freund hat dich niemals weinen sehen.
Ein wahrer Freund hat ganz aufgeweichte Schultern von deinen Tränen...

(aus Amerika)

Das Vertrauen, das ich in einen Freund setzen kann, macht es mir möglich, ganz ich selbst zu sein, wenn ich bei ihm bin - ich muss niemandem etwas vormachen, sondern kann mich so geben, wie ich mich fühle, weil ich weiß, der hat mich gern - mich selbst, und nicht meine gute Laune. Er hält meine Schwächen aus und stützt mich, wenn ich allein nicht weiter komme.

Solche Menschen gibt es nicht viele. Das macht sie so wertvoll. Aber sie nutzen diesen Wert nicht aus, weil sie wissen, dass Freundschaft ihren Wert in sich selbst hat und weder erkauft noch eingetauscht oder sonstwie eingefordert werden kann.

Freundschaft ist ein Geschenk.

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