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03. Jun. 2016

Beobachtungsberichte

Beobachtungsbericht vom 24. August 2003

Paßt gut - jetzt, wo der Mond neut und Mars strahlt, zeigt sich der Sommerhimmel hier von der klarsten Seite.

Habe meinen Blick zunächst nach Nordost gerichtet, wieder mit meinem 10×15 bewaffnet.

M 15, Kugelsternhaufen im Perseus, war ahnbar, aber mehr auch nicht. Das kann aber auch an der Lichtverschmutzung liegen.

Also gleich wieder weiter zu M31 geschwenkt. Der sah heute noch prächtiger aus als gestern, der Kernbereich im Glas ganz klar und fast strahlend hell, Seitenbereiche bis zu einem Radius von vielleicht 30' auch noch gut sichtbar.

Etwas weiter südlich zu M 33: Kern als nebliger Fleck sichtbar, mehr ist in der kleinen Gurke nicht zu erwarten.

Als ich gerade feststellte, daß h+chi (und der dritte etwas nördlich, der auch noch ins 7,8-Grad-Blickfeld paßt) noch nichts von ihrer Schönheit verloren haben, kam ein Mitbewohner nach Hause und ließ sich anstecken. Wir gingen dann zusammen bis zum nächsten Punkt mit Südblick. Auf dem Weg dahin funkelte uns Mars schon durch die Bäume an.

Der erste Blick gebührt latürnich dem König des Südhorizonts: ein schönes, ruhiges, deutliches rötliches Scheibchen im Fernglas. Nur für Polkappen ist das Instrument noch etwas zu klein :) aber so schön wie heute abend habe ich ihn in den letzten Wochen noch nicht gesehen. Dicht über dem Horizont darunter funkelte Fomalhaut als farbliches Gegengewicht.

Ab und zu lieh sich mein Begleiter das Glas und bestaunte die Sternenfülle im Schwan, die sich heute aber auch von ihrer schönsten Seite zeigte. Leider hab ich aber wieder zu sehr gezittert, um Albireo aufzulösen. Die orange Komponente überstrahlt ihren Partner einfach. Doch die drei Sterne um 7m6...8m5, die Albireo in die Mitte eines umgedrehten Y mit 25' Radius stellen (HD 184172/183560/183931), waren trotz nicht-optimaler Dunkeladaption zwar schwach, aber deutlich zu sehen. In dunklen Winternächten sollte mein Glas also 9 mag schaffen, vielleicht mehr - ich sag Bescheid, sobald ich Pluto gesehen habe :)

Ich schweifte darauf etwas weiter nach Süden, zum Schwanz des Adlers. Hups, da war doch ein Sternhaufen? Aber ja, ein schönes offenes Exemplar im Schild, an einer charakteristischen Sterngruppe. CdC verriet mir hinterher, daß es M 11 war. Den hatte ich noch nicht gekannt - der Südhimmel kam bei meinen Wohnorten bisher immer etwas stiefmütterlich weg.

Kurzer Abstecher in bekannte Gefilde, zu M13. Sehr schön zu sehen, klar und deutlich.

Nachdem ich Mars noch einmal bewundert hatte, ging ich ein wenig nach rechts oben zum Kollegen Uranus und fand ihn sofort, ein ruhiger, bläulicher Punkt, mit HD 210845 und 210424 ein flaches Dreieck bildend, zwölf Stunden vor seiner Opposition. Wie liegt er denn gerade? Seitlich, man sieht etwa auf den 15. südlichen Breitengrad.

Leider hatte ich keine Aufsuchkarte für Neptun vorbereitet. Er sollte mit 7m8 einklich im Glas ortbar sein. Kommt morgen!