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03. Jun. 2016

Sternbilder

Der Schwan (Cygnus, Cyg)

Sternbild Schwan Für Beschriftung wird Javascript gebraucht!

Wer in Europa im Spätsommer bei klarer Nacht abends nach oben schaut (am besten legt man sich dazu auf eine Isomatte), sieht direkt über sich ein eindrucksvolles Sternbild. Mitten auf dem schimmernden Band der Milchstraße hebt sich eine deutliche Kreuzform aus helleren Sternen ab, die sich mit ein paar weiteren Sternen drumherum zu einem (im Bild nach unten) fliegenden Schwan ergänzen lässt.

Schon ein normales Fernglas zeigt, dass das Himmelsgebiet des Schwans äußerst reich an Sternen ist. Mit einem größeren Instrument lassen sich auch zahlreiche „Nebel“ (leuchtende Gasmassen) und „Dunkelwolken“ vor dem Hintergrund der Milchstraße ausmachen. Der helle Nordamerikanebel ist in sehr klaren Nächten mit bloßem Auge als verwaschenes Etwas sichtbar, aber nur im großen Teleskop oder auf langbelichteten Fotografien sieht man die charakteristische Form, die stark an den nordamerikanischen Kontinent erinnert.

Der hellste Stern des Schwans ist Deneb. Deneb schickt sein Licht auf eine mindestens 1600 Jahre lange Reise zu uns. Selbst für die Astronomen, an riesige Entfernungen gewöhnt, ist das für einen so hellen Stern sehr weit. Deneb ist ein alter Stern, ein „Überriese“ von unvorstellbarer Größe und Leuchtkraft – er leuchtet wohl 100000-mal so hell wie unsere Sonne, die man in dieser Entfernung nur mit großen Fernrohren überhaupt als winziges Lichtpünktchen sehen könnte.

Bekannt ist auch Albireo, der „Kopf“ des Schwans, als einer der farbenprächtigsten Doppelsterne überhaupt: ein orangefarbener Hauptstern mit einem schwächeren blauen Begleiter. Man weiß aber noch nicht, ob das ungleiche Paar wirklich zusammengehört („physischer Doppelstern“) oder nur zufällig in der gleichen Richtung steht („optischer Doppelstern“). Um Albireo zu trennen, genügt theoretisch ein Fernglas mit 10-facher Vergrößerung; es sollte dann aber schon ein sehr gutes sein. Mit meinem ist es mir bislang erst ein Mal gelungen.

Mit den hellen Sternen Wega (rechts knapp außerhalb des Bildes) und Ataïr (im Sternbild Adler, unten außerhalb des Bildes) bildet Deneb das sogenannte „Sommerdreieck“ aus drei auffallend hellen Sternen, das uns auch im Frühherbst noch vom Himmel grüßt.